Die Gedenkstätte

Wer sind wir?

Ein Besuch an der Nationalen Gedenkstätte Fort Breendonk ist eine eindringliche und unvergessliche Erfahrung. Ein umfassender Rundgang lässt Sie die Entstehungsgeschichte des Forts und die Entwicklung hin zum berüchtigten SS-Auffanglager Breendonk kennenlernen. Sie besuchen die Räume, an denen die Gefangenen von Breendonk schwere Torturen ertragen mussten: der sogenannte Tunnel, die zu Gefängniskammern umgeformten Kasematten (Festungsgewölbe), die Zellen, die hölzernen ‚Judenbaracken‘, die Baustelle, der Dusch- und Latrinensaal, die Folterkammer, der Exekutionsplatz, der ‚Biesterwagon‘, …

Ein Ort der Erinnerung

Die Gräuel des Nationalsozialismus und der Konzentrationslager haben auch Belgien nicht verschont. Das Fort Breendonk ist hiervon ein bewegender und aussagekräftiger Beweis. Heute ist es eines der am best-erhaltensten Lager in Europa.

Ein Symbol

Breendonk ist nur ein kleines Zahnrad in der Welt der Konzentrationslager, eine Welt in der die Würde des Menschen nicht mehr zählte.

Zwischen September 1940 und September 1944 blieben ca. 3.600 Gefangene in Breendonk. Diese Zahl stimmt mit weniger als 10 Prozent von den ungefähr 40.000 politischen Gefangenen überein, die nach dem Krieg in Belgien registriert wurden. Fort Breendonk steht als Symbol für das Leiden und den Tod aller Opfer des Nationalsozialismus.

Im Gedenksaal stehen die Namen der Gefangenen von Breendonk und Urnen, die die Asche derer enthalten, die die Lager nicht überlebten. Diese Urnen kommen aus Auschwitz, Banjica, Buchenwald, Dachau, Dora, Gross-Rosen, Flossenbürg, Majdanek, Mauthausen, Natzweiler, Neuengamme, Ravensbrück, Stutthof, Treblinka, Theresienstadt, Vught und eine Urne worauf geschrieben steht: „Ziema Z Prochani pomodordowanych w obozach koncentracyjnych w Oswyecimiu – Majdanku – Treblince – Stutthofie – Gross-rosen“, was bedeutet: Erde mit Asche von Menschen, die in den Konzentrationslagern Auschwitz, Majdanek, Treblinka, Stutthof und Gross-Rosen. Sie erhalten die Erinnerung an alle Belgier, die während ihrer Deportation in die Nazi-Lager umgekommen sind, lebendig und laden die Besucher zur Besinnung ein. Verschiedene Museumssäle informieren Sie über die Entstehung des Forts und dessen Rolle im „Großen Krieg“, die Besetzung und das Netzwerk von Nazi-Konzentrationslagern oder geben Ihnen die Chance, Bekanntschaft mit den Gefangenen des Auffanglagers Breendonk während des Zweiten Weltkriegs zu machen.

Eine edle Sache

Die Geschichte von Breendonk, der Krieg und die Konflikte in der Nachkriegszeit fördern nicht unbedingt den Optimismus. Jedoch überbringen wir eine Botschaft der Hoffnung, wie diese, die durch die Inspiratoren der Universellen Erklärung der Menschenrechte beabsichtigt war. Unser Ziel: diese Rechte, so wie sie in der Erklärung festgelegt sind, verteidigen und achten.

Ein offener Treffpunkt

Breendonk ist ein offener Ort, der sich in erster Linie all denjenigen zuwendet, die auf die eine oder andere Art für die Freiheit gekämpft haben, die sich der Unterdrückung widersetzt haben oder die Opfer des blinden Rassismus und Fanatismus geworden sind: Veteranen, Widerstandskämpfer, Kriegsgefangene, Deportierte, jüdische Widerstandskämpfer und Opfer der Shoah und noch viele andere. Außerdem wenden wir uns an jeden, der das demokratische Ideal unterschreibt.

Das Fort Breendonk ist ein Platz, an dem die historischen Banden zwischen Flamen, Brüsselern, Walloniern und Europäern enger geschnallt werden können, unabhängig von gegenseitigen Meinungsverschiedenheiten und individueller Belange.

Wir möchten in diesem Zusammenhang die Zeugnisse von zwei Alt-Gefangenen zitieren, die während ihrer Gefangenschaft in Zelle 6 verblieben:

Léon-Ernest Halkin, Nummer 2470, Professor der Geschichte an der Universität Lüttich und Widerstandskämpfer.

„Alle gesellschaftliche Klassen, alle Berufe, alle Meinungen sind vertreten. Die Flamen vergeben den Wallonen keine Flamen zu sein, die Arbeiter verachten die Intellektuellen nicht allzu sehr, und die Gläubigen können beten ohne die Ironie der Kommunisten zu provozieren. Ein geeinter Geist bringt alle diese Menschen näher zueinander und vereinigt sie, so wie sie vor den Deutschen und vor dem Tod sind. Ich will es nicht Vaterlandsliebe nennen, aber wohl Freiheitsdrang. Allmählich schafft der gemeinschaftliche Leidensweg eine wahre Intimität: gesellschaftliche Mauern fallen, Vorurteile verschwinden, Misstrauen verfliegt, und schöne Freundschaften werden geschmiedet. Trotz des unendlich antipathischen Rahmens, in dem wir leben müssen.“

Diese Atmosphäre, die der Katholik Halkin beschreibt, wird durch den Kommunisten Jacques Grippa bestätigt:

„Der allgemeine Eindruck der Zelle, in der ich verweilte, war ein bewundernswertes Zusammengehörigkeitsgefühl, das mich heute noch berührt. Arbeiter, Handwerker und Intellektuelle, Geiseln, „bürgerliche“ und bewaffnete Widerständler, Ungläubige und Gläubige, Männer aller Überzeugungen… Wir hatten die gleiche totale Ablehnung des Nazismus und dessen barbarischen Praktiken gemein. George Hebbelinck, Jean Moetwil, Jean Blume, Léon Halkin, André Simonart, Norbert Van Eynde, Vital Delattre: ich sollte sie alle nennen, meine Freunde aus Kammer 6“

Die Gedenkstätte bietet der Kunst ein Forum, bei dem Künstler die Geschichte auf kreative Weise erzählen. Ein schönes Beispiel ist das Werk von Martine Jansen ‚Those who died in Breendonk‘, das die 301 umgekommenen Gefangenen symbolisiert. Verschiedene Künstler haben ihr Werk in der Gedenkstätte ausgestellt. Darüber hinaus werden im Fort regelmäßig Theaterstücke, Filmvorstellungen, Lesungen, Konzerte, historische Evokationen, … veranstaltet. Das alles passiert in enger Zusammenarbeit mit den „Freunden von Fort Breendonk“

Pädagogisches Zentrum

Pädagogie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Aufgabe. Jährlich empfängt die Gedenkstätte 75.000 bis 80.000 Schüler. Während des Besuchs bieten wir den Jüngeren die Informationen, die es ihnen ermöglichen soll, sich ein genaues Bild der Gräuel zu formen, die sich während des Zweiten Weltkrieges im Fort abgespielt haben. Ein kombinierter Besuch bei der Kazerne Dossin in Mechelen ermöglicht es, neben der politischen Verfolgung – wie sie in Breendonk behandelt wird – auch die typischen Merkmale der Rassenverfolgung zu beleuchten. Die Gedenkstätte organisiert auch Seminare, die es Lehrkräften ermöglichen sollen, ihren Besuch an der Gedenkstätte vorzubereiten. Lehrkräfte, die daran Interesse haben, nehmen bitte Kontakt mit dem Sitemanager auf (herbart.beyers@warheritage.be oder 03 860 75 27) Auf unserer Website finden Sie einen „Bereich für Lehrkräfte“, wo Sie verschiedene Dokumente herunterladen können wie einen Plan des Besuchs, Audio-visuelle Zeugnisse und das pädagogische Dossier (in PDF-Format).

Kulturelles Zentrum

Die Werke von Wilchar, Ochs, Diluck, lancelevici und anderen ehemaligen Gefangenen von Breendonk werden im Fort ausgestellt. Die Gedenkstätte organisiert in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein Freunde von Fort Breendonk allerlei kulturelle Manifestationen, die mit unseren Zielsetzungen und ethischen Werten in Einklang stehen.

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