Rekonstruktion der Notunterkunft

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Das Fort Breendonk entsteht zu Beginn des 20. Jhd. als Teil des äußersten Verteidigungsrings der verstärkten Festung Antwerpen. In den Anfangsmonaten des Ersten Weltkriegs wird es schwer beschossen. Das Fort Liezele, vier Kilometer davon entfernt, und das Fort Walem, acht Kilometer entfernt, bekommen das auch hart zu spüren. Trotz der Vorgeschichte und der Rolle im Großen Krieg wird das Fort Breendonk vor allem wegen seiner Anwendung durch die deutschen Besatzer, nämlich als Nazihorrorlager aus dem Zweiten Weltkrieg, bekannt. Jährlich kommen mehr als 100.000 Besucher die Gedenkstätte besuchen.

Zum 100. Jahrestag vom Ende des „Großen Krieges“ läuft in den ersten vier Räumen der Gedenkstätte eine Ausstellung, in der man die Entstehung des Antwerpener Fortgürtels, die Besatzung und die Gefechte rund um Fort Breendonk kennenlernen kann. Darüber hinaus wurde gegen Ende 2018 eine originale Notunterkunft aus dieser Zeit innerhalb der Abzäunung wiederaufgebaut.

Schon während des Krieges plant die belgische Regierung, das Problem der Wohnungsknappheit anzupacken: Im September 1916 wird der König Albert-Fonds (KAF) gegründet. Die Wohnungsnot wird ziemlich unterschätzt. Ende 1919 wird der dafür gegründete KAF im ganzen Land 850 [Wohnungen] aufbringen, während sich 78.937 als nötig erwiesen hätten. Organisatorisch steht der Fonds vor großen Herausforderungen. Bald würden Aufgaben wie Planung, Standort, Transport und Zuweisung den Gemeinden zugeschoben werden.

In Willebroek wurden gut 700 Häuser ganz oder teilweise zerstört. Verschiedene Faktoren wie die Rückkehr von Geflüchteten, aber auch die gestiegene Anzahl der Trauungen trägt zum Mangel an Unterkünften bei. Die ersten ‚Kasernen‘ werden 1919 aufgebaut, doch um die erste Not zu lindern zog die Gemeindeverwaltung auch andere Unterschlüpfe hoch, sogar Zelte. Insgesamt sollen nach dem 1. WK 129 Notunterkünfte in Willebroek gebaut werden. Die letzte Notwohnung von Willebroek befindet sich in der Gezondheidstraat 6. Diese wird im September 2016 vom 11. Bataillonsingenieur aus Burcht abgerissen. Die Notunterkunft zog zur Provincial Technical School in Boom um, wo Schüler der Holzabteilung sie restaurierten, bevor sie endgültig auf das Gelände von Fort Breendonk zu versetzen.

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